Versteifung der Brust- und Lendenwirbelsäule

Patienteninformation

Lieber Patient,
auf dieser Seite finden Sie grundlegende Informationen über den Aufbau der Wirbelsäule, über mögliche Ursachen für Ihr Leiden sowie über den üblichen Ablauf eines Wirbelsäuleneingriffs mit Produkten der Evospine. Bitte beachten Sie: Diese Seite ist nicht dafür gedacht eine Diagnose zu stellen und kann niemals die professionelle Beratung durch einen Arzt ersetzen! Für ergänzende Fragen wenden Sie sich daher bitte an Ihren betreuenden Arzt.

Diese Seite beschränkt sich auf Eingriffe im Brust- und Lendenwirbelbereich. Wenn Sie sich stattdessen für den Halswirbelbereich interessieren, dann klicken Sie bitte hier.

Versteifung der Wirbelsäule

Geringes Infektionsrisiko und minimalste Verletzung des umliegenden Gewebes

Sowohl das Instrumentenset als auch die Implantate sind steril verpackt und werden nur einmalig verwendet. Das Infektionsrisiko für den Patienten wird dadurch verringert. Es handelt sich hierbei um eine minimalinvasive Schlüsselloch-Technik mit Implantaten, die vielseitig einsetzbar sind. Beispielsweise können die Schrauben im Notfall bei stark brüchigen osteoporotischen Knochen mit Knochenzement stabilisiert werden. Dieser speziell für den Körper zugelassene Zement verankert die Implantate fest im Knochen. Dank des schlanken Instrumentariums entstehen lediglich kleinste Zugangslöcher, die weniger Gewebe- und Muskelverletzungen verursachen und somit auch kleinere sichtbare Narben.

 

1 Bandscheibe, 2 Wirbelkörper, 3 Spinalkanal, 4 Dornfortsatz,
5 Querfortsatz, 6 Facettengelenk (Zwischenwirbelgelenk), 7 Nukleus,
8 Annulus, 9 Deckplatte, 10 Grundplatte

Gegeben ist die Indikation zur Spondylodese (Versteifung) der Wirbelsäule bei angeborener oder erworbener Instabilität sowie bei fortgeschrittener Degeneration der Bandscheibe. Symptome dieser Krankheitsbilder sind lokale Rückenschmerzen oder ausstrahlende Schmerzen in die unteren Extremitäten (Beine). Beispiele für Krankheitsbilder, die mittels Spondylodese behandelt werden können:

 

Degenerative (altersbedingte) Veränderungen

  • Fortgeschrittene Abnutzung der Bandscheiben mit Beteiligung der Deck- und Grundplatte der Wirbelkörper (Osteochondrose) und therapieresistenten Rückenschmerzen, Taubheit oder Lähmungen
  • Fortgeschrittene Abnutzung der Zwischenwirbelgelenke mit starken Rückenschmerzen (Spondylarthrose)
  • Wirbelkörpergleiten (Spondylolisthese) mit Einengung von Nerven und daraus resultierenden Schmerzen, Taubheit oder Lähmungen
  • Wiederkehrende Bandscheibenvorfälle

 

Traumatische Verletzungen (Unfall)

  • Wirbelkörperfrakturen (Brüche) durch direkte und indirekte Krafteinwirkung

Die Wirbelsäule besteht aus vielen beweglichen Segmenten. Sobald ein oder mehrere Segmente Schmerzen bereiten, kann die Versteifung dieser Segmente deutliche Linderung bringen. Die Stabilisierung der Wirbelsäule erfolgt minimalinvasiv durch die Verbindung benachbarter Wirbel über ein System aus Schrauben, Stäben und ggf. so genannten Cages (Platzhalter für Bandscheiben oder ganze Wirbelkörper). Die Implantate werden in der Regel aus Titan hergestellt. Um die Nerven aus einer eventuellen Kompression zu befreien und der verletzten Wirbelsäule eine gute knöcherne Heilung zu ermöglichen, wird der betroffene Bereich versteift. Dafür werden die Schrauben weichteilschonend im Wirbelkörper platziert und mit Hilfe von Verschlussmuttern fixiert. Ist der Knochen besonders weich, können die Schrauben zementiert werden. Die Schrauben und Stäbe tragen zur Stabilität der Wirbelsäule bei. Zusätzlich, sofern die Bandscheibe durch einen Cage ersetzt wurde, gewährleisten sie die Ruhigstellung, bis eine knöcherne Fusion (Versteifung) erfolgt ist.

Am Tag vor der Operation erfolgt die Aufnahme auf der Station durch den Stationsarzt. Der Patient wird über die Operation aufgeklärt und alle Fragen zum geplanten Eingriff beantwortet. Falls noch nicht vorhanden, kann es sein, dass spezielle Röntgenaufnahmen, ein CT oder MRT zur genauen Planung der Operation angefertigt werden. Die Operation erfolgt in der Regel in Bauchlage auf speziellen Lagerungskissen. Über einen kleinen Hautschnitt am Rücken wird das genannte System aus Schrauben, Verbindungsstangen und Platzhaltern (Cages) minimalinvasiv eingebracht. Liegt eine Einengung des Rückenmarks oder der Spinalnerven vor, werden diese von Druck befreit (Dekompression). Die Anzahl der Wirbelkörper, welche miteinander verbunden werden, hängt vom individuellen Krankheitsbild ab und bestimmt auch die Dauer der Operation.

Rückengerechte Verhaltensweisen sollen dem Patienten eine zügige Mobilisation ermöglichen: Grundsätzlich kann sich der Patient direkt nach der Operation im schmerzfreien Rahmen frei bewegen. Ebenso verhält es sich im Sitzen. Wechselnde Körperhaltungen (Liegen, Stehen, Sitzen) verteilen die Belastung und verhindern ein Verhärten und Verkrampfen der Rückenmuskulatur. Bei Verschlechterung von Schmerzen oder Auftreten von neurologischen Auffälligkeiten sollten sie die Belastung reduzieren. Physiotherapeutische Übungen nach der Operation haben das Ziel, dem Patienten Sicherheit bei der Mobilisation zu vermitteln. Dazu steht die Stabilisierung der Wirbelsäule im Vordergrund. In den ersten 4 Wochen sollten alle Manipulationen im Wundbereich (z. B. Massagen) vermieden werden. Eine Röntgenkontrolle der Implantate erfolgt an den ersten Tagen nach Operation als Ausgangsbefund. Zudem kommt es nach etwa 8–12 Wochen zu einer Nachkontrolle und einer erneuten Röntgenaufnahme in der Ambulanz. Insgesamt sollte die Belastung der Wirbelsäule nach der Operation schrittweise gesteigert werden. Details sollten mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.